Mehr als Minnesang: "Liebe und Sex im Mittelalter"
Wir nennen das Mittelalter oft "dunkel". Tatsächlich war es eine Epoche enormer Umbrüche, die sich auch in den Gefühlen der Menschen niederschlug. Wie also fühlten und liebten unsere Vorfahren? Wie verhielt es sich mit den Trieben und Lüsten jenseits von Minnesang...
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Wir nennen das Mittelalter oft "dunkel". Tatsächlich war es eine Epoche enormer Umbrüche, die sich auch in den Gefühlen der Menschen niederschlug. Wie also fühlten und liebten unsere Vorfahren?

Wie verhielt es sich mit den Trieben und Lüsten jenseits von Minnesang und unter den gestrengen Augen der Kirche? Darüber hat Alexander Ballhaus ein kurzweiliges, gleichwohl gründlich recherchiertes Buch geschrieben. In "Liebe und Sex im Mittelalter" führt Ballhaus den Leser in die Badehäuser, die nicht nur der Reinigung dienten, sondern auch Raum für Unkeusches boten, und widmet ein ganzes Kapitel dem Thema "Freude und Frust der Ehe". Dass es Freudenmädchen gab, mag nicht verwundern, eher, dass privilegierte und geduldete Bordelle unterhalten wurden.

Die Kirche kannte ihre wollüstigen Schäfchen: Das Treiben in Grenzen zu halten, dafür gab es die geißelnden Predigten von der Kanzel und die Androhung von Hölle und ewigem Fegefeuer. Ventile, seinen Gelüsten nachzukommen fand das mittelalterliche Volk trotzdem. Auch Martin Luther und den «rigiden Reformatoren» ist ein eigener Abschnitt vorbehalten.

Liebe und Sex im Mittelalter

Alexander Ballhaus
Liebe und Sex im Mittelalter
Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach
285 S., Euro 22,95

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